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Astrid Lehner

Adventsammlung 2026

Seit 1961 setzt sich Bruder und Schwester in Not gemeinsam mit lokalen Partnerorganisationen für bessere Lebensbedingungen in Regionen Afrikas, Lateinamerikas und Asiens ein. Möglich ist das nur dank der Unterstützung vieler engagierter Menschen in Vorarlberg – ganz besonders in unseren Pfarren. Ob beim Organisieren der Adventsammlung, beim Verteilen der Sammelsäckchen oder beim Informieren über unsere Projekte: Euer Engagement macht einen Unterschied. Dafür möchten wir von Herzen Danke sagen!

Zemma freua – unser Ziel seit 65 Jahren!

 

Die diesjährige Adventsammlung findet am 12. und 13. Dezember 2026, dem dritten Adventwochenende, statt. Wir laden alle Pfarren herzlich ein, die Adventsammlung auch heuer zu unterstützen!

 

Verteilt dazu die Sammelsäckchen bei den Gottesdiensten und in den Schulen und legt die Zahlscheinbeilagen Eurem Pfarrblatt bei. Wir freuen uns, wenn Ihr auch in den Gottesdiensten auf die Sammlung aufmerksam macht. Den Sammelerlös bitten wir auf folgendes Konto zu überweisen:

 

Empfänger: Bruder und Schwester in Not
IBAN: AT23 2060 4000 0003 5600
Bank: Sparkasse Feldkirch

 

Weist Eure Pfarrgemeinde gerne auch auf die Möglichkeit hin, den Kirchenbeitrag Bruder und Schwester in Not zu widmen – eine einfache, aber wirkungsvolle Geste der Solidarität!

 

Gemeinsam das Jubiläum feiern!

 

Am Sonntag, 13. Dezember 2026, ab 9:15 Uhr feiern wir in der Pfarre Nofels gemeinsam 65 Jahre Bruder und Schwester in Not. Wir freuen uns, wenn Ihr Eure Pfarrgemeinde auf die Jubiläumsfeier aufmerksam macht und alle herzlich in unserem Namen dazu einladet.

 

DANKE für Deine Spende!
Jeder Beitrag zählt!

 

 

65 Jahre gemeinsam etwas bewegen – Geschichten, die Mut machen

 

„Zemma freua“ – unter diesem Motto steht unsere diesjährige Adventsammlung. Denn nach 65 Jahren gibt es viele Erfolgsgeschichten, über die wir uns gemeinsam freuen können: Menschen, die mit Hilfe von Bruder und Schwester in Not neue Möglichkeiten für sich entdeckt, Herausforderungen gemeistert und ihre Zukunft selbst in die Hand genommen haben. Und Menschen, die Sinn darin gefunden haben, sie auf diesem Weg zu begleiten.

 

Drei dieser Geschichten möchten wir hier erzählen:

 

Lies hier Benson's Geschichte aus Kenia

„Ich hätte mir gewünscht, dass jemand nach mir sucht“


Ich bin Benson und zwölf Jahre alt. In der Schule mag ich am liebsten Mathematik. Wenn ich nicht für die Schule lernen muss, spiele ich Fußball, wann immer ich kann. Eines Tages möchte ich ein berühmter Fußballer werden.

 


Seit 2022 kenne ich das Rehabilitationszentrum „Mukuru Promotion Centres“. In den letzten zwei Jahren habe ich dort vor allem die Ferien verbracht, wenn mein Schulinternat geschlossen war. Ich mag den Ort, die anderen Jungen und den Alltag dort. Und trotzdem gibt es etwas, das mir fehlt: Mein Zuhause.


Ich war fünf Jahre alt, als ich es verlassen habe. Meine Mutter hatte sich den Knöchel gebrochen. Mein Vater konnte die Behandlung nicht bezahlen. Mein älterer Bruder und ich begannen deshalb, selbst nach Geld zu suchen. Irgendwann blieb ich auf der Straße. Drei Jahre lang.


Das klingt vielleicht wie ein Abenteuer. Es war aber keines. Ich habe Gewalt erlebt. Auch die Polizei hat mich geschlagen. Es war gefährlich, und ich hatte oft Angst. Manchmal habe ich gesehen, wie andere Kinder von ihren Eltern gesucht und wieder nach Hause gebracht wurden. Manche kamen später trotzdem wieder auf die Straße zurück. Ich habe das nie verstanden. Ich hätte mir gewünscht, dass jemand nach mir sucht. Aber niemand kam.


Irgendwann nahm mich ein Freund mit zum Rehabilitationszentrum. Dort bekam ich einen sicheren Ort und die Möglichkeit, wieder zur Schule zu gehen. Ich kann lernen, Fußball spielen und darüber nachdenken, was ich einmal werden möchte. Aber ich vermisse meine Eltern.
Letzte Woche durfte ich zum ersten Mal seit Jahren wieder zu meinem alten Zuhause. Ein Sozialarbeiter hat mich begleitet. Mein Vater war nicht da. Von meiner Mutter weiß ich nicht, wo sie heute lebt. Aber mein Bruder war da. Und ich habe mich so gefreut, ihn zu sehen! Wir hatten uns lange nicht gesehen. Und trotzdem war da sofort diese Verbindung zwischen uns.


Ich bin froh, dass ich im Rehabilitationszentrum einen Ort habe, an dem ich bleiben, lernen und aufwachsen kann. Und trotzdem wäre ich so gerne wieder zu Hause.


Benson Ngige, Schüler, Mukuru Promotion Centres

Lies hier Innocencia's Geschichte aus Malawi

„Jemand glaubte an mich“


Am 26. August 2026 stand ich auf der Bühne der Universität von Malawi und nahm mein Diplom in Sozial- und Wirtschaftsgeschichte entgegen. Ich war stolz.

 

 

Während ich dort stand, musste ich an das Mädchen denken, das ich einmal war. Damals, in Ehehleni, einem abgelegenen Ort im Norden Malawis, hätte ich mir kaum vorstellen können, einmal an einer Universität zu studieren.


Ich bin das jüngste von sechs Kindern. Meine Eltern sind Bauern. Oft reichte das Geld kaum für das Nötigste. Nach der Schule half ich auf den Feldern und im Haushalt. Ich wollte unbedingt weiterlernen, wusste aber, dass es für meine Eltern unmöglich war, die Schule für alle Kinder zu finanzieren.


Als ich die fünfte Schulstufe an der Katete Mädchenschule besuchte, bekam ich Unterstützung von Bruder und Schwester in Not und dem Vorarlberger Patenprojekt „Katete Girls“. Schulgebühren, Bücher und eine Schuluniform – Dinge, die vielleicht klein erscheinen, waren für mich entscheidend.


Damals habe ich noch nicht vollumfänglich verstanden, was diese Unterstützung aus einem fernen europäischen Land einmal für mein Leben bedeuten würde. Heute weiß ich es. Da waren Menschen, die an mich und meine Träume geglaubt haben. Die bereit waren, in meine Zukunft zu investieren, obwohl sie mich gar nicht kannten. Sie haben mir gezeigt, dass die Tatsache, in eine Familie mit wenig Geld geboren zu werden, nicht bedeutet, ohne Potenzial geboren zu sein. Armut kann Chancen einschränken. Aber sie darf niemals bestimmen, wie groß die Träume eines Menschen sein dürfen.


Wenn ich heute an die vielen Mädchen denke, die unter ähnlichen Bedingungen in Malawi aufwachsen wie ich damals, wünsche ich mir, dass auch sie die Möglichkeit bekommen, ihre Träume zu verfolgen. Denn ich weiß aus eigener Erfahrung, wie viel sich verändern kann, wenn jemand an einen glaubt. Ohne diese Unterstützung wäre ich heute nicht dort, wo ich bin. Dafür bin ich von Herzen dankbar.


Innocencia Kamanga, Absolventin des Katete Patenprojekts 

Lies hier Ruth's Geschichte aus Vorarlberg

Wer gibt, bekommt viel zurück


Dass ich mich heute ehrenamtlich bei Bruder und Schwester in Not engagiere, hat viel mit dem Malambo Health Center in Malawi zu tun. Über die Rotarier, die das Projekt unterstützen, bin ich mit der Organisation in Kontakt gekommen.


Mich hat beeindruckt, dass in Malambo, einem Gesundheitszentrum im ländlichen Malawi, nicht einfach kurzfristig Hilfe geleistet wird, sondern über Jahrzehnte durch viel Engagement aus Vorarlberg etwas gewachsen ist. Menschen vor Ort und engagierte Unterstützerinnen und Unterstützer arbeiten gemeinsam daran, die Gesundheitsversorgung der lokalen Bevölkerung zu verbessern.

 


Auf meine erste Reise nach Malawi bin ich mit viel Neugier aufgebrochen und mit unglaublich vielen Eindrücken zurückgekommen. Besonders in Erinnerung geblieben ist mir, was im Malambo Health Center über die Jahre entstanden ist. Mit welcher Qualität dort gearbeitet wird, mit wie viel Engagement und oft mit einer Selbstverständlichkeit, die mich staunen ließ. 

 

Gleichzeitig trifft diese Qualität auf eine Not, die wir uns hier kaum vorstellen können. Dieser Gegensatz hat mich sehr beschäftigt. Wie begegnet man diesem Leid? Was kann man selbst dazu beitragen, etwas zu verändern? Ich glaube, der erste Schritt ist, genau hinzuschauen und zuzuhören, statt vorschnell zu urteilen. Mir war von Anfang an wichtig, nicht mit fertigen Lösungen anzukommen, sondern zu verstehen, was die Menschen vor Ort tatsächlich brauchen. Denn was aus unserer Sicht sinnvoll erscheint, muss vor Ort noch lange nicht die richtige Antwort sein.


Meine Tochter verwendet gerne das Bild vom „Auffüllen der sozialen Batterie“. Ich finde, das beschreibt mein Ehrenamt für Bruder und Schwester in Not ziemlich gut. Natürlich investiere ich Zeit und Energie. Aber ich bekomme auch unglaublich viel zurück: durch Begegnungen, durch die Zusammenarbeit mit anderen und durch das Gefühl, gemeinsam etwas Sinnvolles zu tun. Ich lerne dazu, begegne Menschen mit anderen Perspektiven und merke, dass auch ich mich durch diese Arbeit weiterentwickle.


Wer sich ehrenamtlich engagieren möchte, muss nicht auf alles eine Antwort haben. Es reicht, neugierig zu sein, offen auf andere zuzugehen und bereit zu sein, zuzuhören. Denn Ehrenamt ist keine Einbahnstraße. Man gibt etwas von sich – und bekommt oft viel mehr zurück, als man erwartet hätte. Und ganz nebenbei lädt sich dabei auch die eigene soziale Batterie wieder auf.


Ruth Swoboda, Ehrenamtliche bei Bruder und Schwester in Not

 

 

Materialien für Eure Adventsammlung

 

Hier findet Ihr Informationen, Texte und Materialien für die Vorbereitung und Durchführung Eurer Adventsammlung. Habt Ihr weitere Fragen, Wünsche oder Anregungen? Dann meldet Euch gerne bei uns unter info@bsn-vorarlberg.at.

BSN_Plakat_A3.pdf 943,42KB BSN_Plakat_A4.pdf 750,42KB BSN_Zahlscheinbeilage.pdf 6,26MB BSN_Artikel_lang.docx 14,16KB

Bilder zum Adventsthema 2026

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Bruder und Schwester in Not


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